Christoph Skutella

SKUTELLA: Tierparks und Zoos nicht hängen lassen – Für den Wirtschaftsminister haben Tiere nur einen Wert, wenn man sie jagen kann

Die finanzielle Lage der Zoos und Tierparks in Bayern spitzt sich weiter zu. Um die Existenz der Betriebe zu sichern und Insolvenzen zu verhindern, hat die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag bereits Anfang Mai einen Antrag auf ein Hilfsprogramm im Umweltausschuss gestellt, welcher mit Verweis auf die Corona-Soforthilfe abgelehnt wurde.

Die FDP-Fraktion fordert nun, für Zoos und Tierparks Einlass-Lockerungen zu ermöglichen, damit die Einrichtungen zumindest die laufenden Kosten decken können. So kann unter anderem in Wildparks eine wirtschaftlich erforderliche Entnahme von jagdbaren Tierarten verhindert werden. Dazu der umwelt- und tierschutzpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Christoph Skutella:

"Die damalige Ablehnung von finanziellen Hilfen durch die bayerische Staatsregierung mit dem Verweis auf die Corona-Soforthilfen war fast schon zynisch. So stehen zum Beispiel im Tierpark Hellabrunn tägliche Kosten von circa 50.000 Euro gegen die einmalige Corona-Soforthilfe von 30.000 Euro.  Es gilt Insolvenzen und Schließungen zu verhindern. Das Handeln der Staatsregierung in dieser Sache ist unverantwortlich.

Zoos und Tierparks müssen zwingend bei den Lockerungen gesondert betrachtet werden. Eine Gleichsetzung mit Museen und Theatern ist nicht sinnvoll. Der Besuch im Zoo spielt sich primär im Freien ab, wodurch das Infektionsrisiko automatisch geringer ist als in Innenräumen.

Zoos und Tierparks sollten ihre Tore wieder komplett öffnen können, wenn sie ein nachvollziehbares und schlüssiges Konzept mit den geltenden Hygienemaßnahmen vorlegen. Starre Besucher-pro-Quadratmeter-Regelungen sind hier nicht verhältnismäßig.

Hoffnung gibt mir jedoch die hohe Spendenbereitschaft der Bevölkerung. So ist im Augsburger Zoo letztens eine anonyme Spende über 15.000 Euro eingegangen. Dies lässt mich nur vermuten, dass die Bürger unsere Zoos retten werden und nicht die Staatsregierung. Für Wirtschaftsminister Aiwanger haben Tiere offenbar nur einen Wert, wenn man sie jagen kann."