Christoph Skutella

SKUTELLA: Oberpfälzer Karpfenteiche schützen - Fischottermanagement muss weiter vorangetrieben werden

Weiden/München. In der Oberpfalz hat die Teichwirtschaft seit dem 12. Jahrhundert Tradition, es gibt mehr als 14.000 Teiche, die von rund 3.500 Teichwirten im Haupt- und Nebenerwerb gepflegt werden. Anlässlich der Nominierung des Fischotters als "Tier des Jahres 2021" erklärt der Abgeordnete Christoph Skutella, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion im Bayerischen Landtag: 

"Es freut mich, dass der Fischotter nach intensiver Bejagung in Bayern wieder Fuß gefasst hat. Strenger Artenschutz und die ganzjähriger Schonzeit haben dazu beigetragen, dass die Fischotterpopulation wieder wächst und sich in der bayerischen Natur wieder wohl fühlt. Ein Fischotter, der bis zu 12kg schwer werden kann, hat allerdings auch einen entsprechenden Appetit - bis zu 1kg Fisch vertilgt er pro Tag.

Die rund 10.000 Hektar (ca. 240 x die Fläche der Theresienwiese) Teichfläche in der Oberpfalz sind da natürlich ein Schlaraffenland für den Fischotter, zum Leidwesen der hiesigen Teichwirte, die bereits durch den Mangel an Wasser und die Qualität der Gewässer in ihrer Arbeit beeinträchtigt werden." so Christoph Skutella, FDP-Landtagsabgeordneter aus der Oberpfalz.

Seit 2013 gibt es daher einen sog. Fischottermanagementplan in Bayern. Neben Beratungen der Teichwirte sieht dieser Plan als letzte Eskalationsstufe mittlerweile auch eine punktuelle Entnahme des Fischotters als Ausnahme vor. Dies ist erforderlich, da der Fischotter unter Artenschutz steht und zudem eine ganzjährige Schonzeit besteht.

In Pilotlandkreisen (Cham, Tirschenreuth und Schwandorf) sollte eine punktuelle Entnahme ausschließlich an bewirtschafteten Teichanlagen als ultima ratio getestet werden. Entsprechende artenschutzrechtliche Bescheide wurden im März 2020 erteilt, die Schonzeit für die Landkreise aufgehoben, aber durch Klagen durfte bisher noch kein Fischotter entnommen werden. Das Einzäunen der rund 14.000 Fussballfelder großen Teichflächen in der Oberpfalz ist kaum praktikabel. 

"Der Artenschutz des Fischotters ist eine gute Sache, unter dem die Teichwirte in ganz Bayern jedoch nicht leiden dürfen. Neben Vergrämungsmaßnahmen oder Lebendfallen muss, als letzte Möglichkeit und unter Freigabe der höheren Naturschutzbehörde, auch die punktuelle Entnahme in den Pilotprojekten geprüft werden. Ich hoffe hier auf eine zeitnahe Entscheidung der zuständigen Gerichte." so Skutella abschließend.