SKUTELLA: Moderne Gentechnik ist keine Hexerei

„Die bayerische Staatsregierung verpasst die große Chance, sich zum Einsatz von revolutionären Gentechnikmethoden wie Crispr-Cas9 zu bekennen. Leider wurde ein entsprechender Antrag von den Regierungsfraktionen heute abgelehnt. Das ist kurzsichtig! Neue Züchtungsmethoden wie das Genome-Editing können helfen, Pflanzen schneller, zielgerichteter und somit günstiger zum Zwecke neuer Pflanzeneigenschaften zu verändern. Zahlreiche Existenzen in der Landwirtschaft werden hier aufs Spiel gesetzt. Die fehlende Wasserstrategie und Wasserknappheit machen sich doch schon jetzt bei den bayerischen Landwirten und Winzer negativ bemerkbar.

Das europäische und das deutsche Gentechnikrecht gehören permanent an die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft angepasst. Beim Zulassungsverfahren sollte zukünftig eine produktorientiere Risikobewertung im Mittelpunkt stehen und nicht wie bisher die Art und Weise der Züchtung. Mit diesen Techniken können Nutzpflanzen an die kommenden Herausforderungen präzise, günstiger und nach bisherigem Kenntnisstand genau so sicher wie konventionelle Züchtungsmethoden angepasst werden.

Es wurde heute eine große Chance vertan, wissenschaftliche Methoden einem direkten Nutzen zuzuführen. Schnelle und große Erfolge im Bereich der Gentechnik beweisen, dass dies alles keine Hexerei ist. Die CSU sollte sich mehr an ihrer Schwesterpartei CDU orientieren, die für die Gentechnikfreiheit einsteht. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie man sich zusammen mit den Freien Wählern und den Grünen in die Ecke der Gentechnikskeptiker stellen kann.“

* Hinweis: Im Landtagsausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz wurde heute der FDP-Antrag „Gentechnikrecht an das 21. Jahrhundert anpassen“ mit den Stimmen von CSU und Freien Wähler abgelehnt.

Pressefotos von Christoph Skutella finden Sie hier.