Christoph Skutella

SKUTELLA: Staatsregierung hat keinen grünen Daumen – Zumindest Vertrauenskassen für Gärtnereien zulassen

Bis Anfang der Woche durften auch Gärtnereien und Gartencenter, die nicht mehr als 50 Prozent Obst und Gemüse anbieten, ihre Pflanzen verkaufen – auf Vertrauensbasis an einem Stand ohne Personal im Freien. Nun hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit diese Notlösung verboten. Dazu der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag Christoph Skutella:

"Gegen das Corona-Virus ist leider noch kein Kraut gewachsen – gegen ungleiche Maßstäbe schon. Das Aufstellen von Vertrauenskassen ist doch das Mindeste, was man den Gärtnereien und Gartencentern jetzt in der wichtigen Frühlingssaison zugestehen sollte. Nach Angaben des Bayerischen Gärtnereiverbandes kommen sie so zumindest auf 20 Prozent ihres normalen Umsatzes. Und viele Betriebe befinden sich auch nur im "Standby-Modus", da sie ihre Mitarbeiter ja weiterbeschäftigen müssen, damit diese sich um die Blumen und Pflanzen kümmern.

Hätte die bayerische Staatsregierung einen grünen Daumen, würde sie schon längst eine Lockerung der Corona-Maßnahmen bei Gärtnereien und Gartencenter anstreben. In den angrenzenden Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen sind diese Geschäfte doch auch geöffnet. Zudem dürfen bei uns in Bayern Supermärkte, Feinkostgeschäfte oder sogar Tankstellen Blumen und Pflanzen verkaufen – ohne dabei das Risiko einer Gärtnerei eingehen zu müssen, im Notfall den Großteil der Pflanzen zu vernichten. Hier werden also gleiche mehrere unterschiedliche Maßstäbe zu Lasten unserer Gärtnereien und Gartencenter angesetzt."