SKUTELLA und SPITZER: Corona-Frühwarnsystem durch Abwasseranalysen zügig etablieren

In einem Dringlichkeitsantrag fordert die FDP-Landtagsfraktion die bayerische Staatsregierung auf, ein einheitliches Corona-Monitoringsystem auf Basis der Abwassermessungen der bayerischen Kläranlagen aufzubauen. Hierzu sollen vor allem die bereits laufenden Projekte der TU München unterstützt, weiterentwickelt und flächendeckend angewandt werden. Dazu der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Christoph Skutella:

„Durch die Messung von Virenkonzentrationen im Zulauf von Kläranlagen lassen sich Rückschlüsse über die Erkrankungen in der Bevölkerung schließen. Dadurch kann in Bayern ein verlässliches Corona-Früh- und Entwarnsystem etabliert werden. Anhand des Abwassermonitorings lässt sich ein Trend der Infektionszahlen um bis zu zehn Tage früher vorhersagen als bisher. Denn nicht jeder Mensch lässt sich testen – aber jeder muss auf die Toilette. Mit dem Stuhlgang und Urin scheiden infizierte Personen die Corona-Viren aus, bevor sie überhaupt merken, dass sie erkrankt sind.

Durch ein Abwassermonitoring kann die Gesamtbevölkerung in Bayern erfasst werden – unabhängig von Testkapazitäten oder der Bereitschaft, sich testen zu lassen. Dadurch erhalten die Krisenstäbe in den Regionen eine frühere Einschätzung über das örtliche Infektionsgeschehen und können so die Cluster effizienter und gezielter nachverfolgen. Erste Studienergebnisse unter der Koordination der TU München sind äußert vielversprechend.“

Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Dr. Dominik Spitzer ergänzt: „Die bayerische Staatsregierung muss zwingend alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine vierte Welle zu verhindern. Wir wissen nicht erst seit gestern, dass sich über das Abwasser Infektionsgeschehen erkennen lassen. Früherkennung ist daher ein essenzieller Baustein zur Bekämpfung der Pandemie.“